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Wider das Hufeisenschema

14. Stock Conti-Hochhaus Leibniz Universität Hannover Königsworther Platz 1 30167 Hannover
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Berendsen kuht c F Schmitt privat

Experten und Expertinnen für Rechtsextremismus diskutieren, warum links und rechts niemals gleichgesetzt werden dürfen.

"Extrem unbrauchbar: Warum wir das Hufeisen endlich an den Nagel hängen sollten" - so heißt der Essayband von Eva Berendsen (Politikwissenschaftlerin in Frankfurt am Main) und Lillemor Kuht (Jugendbildungsreferentin in Kassel).

Wie gefährlich die Gleichsetzung von links und rechts sein kann, zeigte spätestens die Wahl Thomas Kemmerichs im Thüringer Landtag. Die Hufeisentheorie lieferte ihm das Argument für seine Kandidatur: Ich bin die Mitte! Es hinderte ihn jedoch nicht, sich mit Hilfe der AfD-Fraktion zum Ministerpräsidenten wählen zu lassen – einer Fraktion, der ein Faschist vorsitzt.

Die Empörung war groß, mit ihr kam neue Kritik an der Hufeisentheorie. Diese Konstruktion einer gesellschaftlichen Mitte mit ihren extremen Rändern ist gefährlich und verharmlost rechten Terror. Kritik ist nicht neu, trotzdem bedienen sich Organe wie der Verfassungsschutz nach wie vor einer gefährlichen Theorie.

Die Politikwissenschaftlerinnen Eva Berendsen und Lillemor Kuht haben das Hufeisenschema in ihrem Essayband "Extrem unbrauchbar: Warum wir das Hufeisen endlich an den Nagel hängen sollten" gemeinsam mit weiteren Autoren und Autorinnen auseinandergenommen. Über Hintergründe und Ergebnis sprechen die beiden Frauen mit dem Publizisten und Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit.

Die Diskussion am 27. April 2020 an der Leibniz Universität Hannover ist Teil der Themenreihe "Partizip Präsens" - seit 2019 gefördert durch die Lotto-Sport-Stiftung, ausgerichtet als Möglichkeit zur Partizipation.

Der Hintergrund: Gesellschaftliche Teilhabe ist Wesenskern der Demokratie. Werte wie Freiheit, Gleichheit, Solidarität, Humanismus, Pluralismus und Toleranz wollen stets aufs Neue kontextualisiert und stabilisiert werden. Unverzichtbar dafür: öffentliche Diskurse und Debatten.