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Wahl Behindertensportler:in des Jahres 2026

Am 12. März 2026 wird vom Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) wieder der:die Behindertensportler:in des Jahres gekürt. Sechs Sportler:innen stehen zur Wahl und können bis zum 4. März gewählt werden.

Zur Wahl stehen:

  • Jan Malte Brelage, ERC Hannover Ice Lions/Team BEB, Para Eishockey
  • Julian Füllgraf, VfL Osnabrück/Team BEB, Para Schwimmen
  • Helena Klintschar, Skiclub Bad Grund/Special Olympics
  • Jule Lammers, BSC Werlte/Team BEB, Para Bogensport
  • Kyra Liepach, TK zu Hannover/Team BEB, Para Tischtennis
  • Sören Seebold, Hannover United/Team BEB, Rollstuhlbasketball

Hier stellen wir euch die Kandidat:innen kurz vor, auf der Seite des BSN sind sie ausführlich vorgestellt.

Jan Malte Brelage

Der 27-Jährige Malte Brelage vom ERC Hannover Ice Lions/Team BEB unterstützt die Deutsche Para Eishockey Nationalmannschaft seit 2021 und trägt seit 2024 in der Rolle des Kapitäns große Verantwortung. Und das, obwohl er in der Mannschaft nicht nur der zweitjüngste Spieler, sondern auch der wohl jüngste Kapitän ist, den das Team jemals hatte. Doch sein „guter Draht zu den Spielern“, wie er selbst sagt, sowie seine besondere Fähigkeit, Menschen auf diplomatische Art miteinander zu verbinden, macht ihn zur idealen Persönlichkeit für diese Aufgabe. Die Qualifikation für die Paralympics in Mailand und Cortina d’Ampezzo im März ist für sein Team die Erfüllung eines großen Ziel.

Das Foto zeigt eine Person, die Para-Eishockey spielt.

Foto von Markus Lampe

Eine Person mit Winterjacke und Mütze hält lächelnd eine Goldmedaillie in die Kamera.

Foto von Sascha Klahn

Helena Klintschar

Hochkonzentriert fährt Helena Klintschar hinter ihrer Trainerin Heidi Evert her. Die 18-Jährige versucht, die ihr gezeigten Bewegungen exakt zu kopieren. Unten am Berg angekommen, strahlen sich die beiden an. Das war eine gute Abfahrt! Wieder und wieder fahren die beiden mit dem Schlepplift die Piste hinauf, um anschließend die Übung zu wiederholen. Denn Helena Klintschar vom Skiclub Bad Grund/Harz braucht viel mehr Wiederholungen als andere Menschen, um Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. Ihr Gendefekt – das Claes Jensen Syndrom – hat zur Folge, dass sie Vieles wieder verlernt, wenn sie es nicht permanent übt. Hinzukommt eine Sehbeeinträchtigung. Aber nicht nur weil ihr das Üben so viel Spaß macht, hat Helena zuletzt bei den Special Olympics World Games 2025 in Turin die Konkurrenz in der Fortgeschrittenenklasse hinter sich gelassen. Überraschend gewann sie Gold im Slalom sowie Bronze im Riesenslalom.

Julian Füllgraf

2025 stellte Julian Füllgraf im Para Schwimmen Deutsche Rekorde über 400, 800 und 1500 Meter Freistil auf, wurde damit dreifacher Deutscher Meister in seiner Startklasse. Über 1500 Meter erkämpfte er sich zudem bei den Norddeutschen Meisterschaften den Sieg. Doch all diese Titel sind dem20-Jährige vom VfL Osnabrück/Team BEB gar nicht so wichtig. Vielmehr will er weiterhin seine Zeiten verbessern, um sich für die Paralympics 2028 in Los Angeles zu qualifizieren. Auch, wenn es „bis dahin noch ein Weg ist“, wie er sagt.

Person beim Kraul-Schwimmen im Wasser eines Schwimmbads.

Foto von Axel Herzig

Person mit einem Bogen in der Hand, die auf ein Ziel hinter der Kamera zielt.

Foto von Michael Wallmueller

Jule Lammers

Die 22-jährige Para Bogenschützin Jule Lammers vom BSC Werlte/Team BEB Jule qualifizierte sich als einzige deutsche Teilnehmerin für die European Para Youth Games 2025 in Istanbul, wurde Vierte beim European Para Archery Cup im tschechischen Nove Mesto und belegte den zweiten Platz im Doppel mit Flora Kliem beim European Para Archery Cup in Rom. Und das, obwohl sie erst 2023 klassifiziert wurde. Mit dem Bogensport begann Jule beim BSV Dörpen, wo sie von ihrem heutigen Trainer Hermann Nortmann entdeckt wurde. Er nahm sie unter seine Fittiche und ermöglichte ihr 2015 ihre erste Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Para Bogensport, die sie in ihrer Schülerklasse direkt gewann. Fünf Mal pro Woche trainiert Jule aktuell. Das Große Ziel: die Paralympics 2028 in Los Angeles.

Kyra Liepach

Bei ihrer ersten Teilnahme an den Europameisterschaften im Para Tischtennis gewann Kyra Liepach im November in Schweden sensationell die Bronzemedaille. Und das, nachdem die Spielerin vom Turn-Klubb zu Hannover (TKH)/Team BEB erst vor gut zwei Jahren ihr erstes Turnier im Para Tischtennis gespielt hat. Bei den Deutschen Meisterschaften gewann sie in ihrer Wettkampfklasse WK5 den Titel. 2025 kamen diverse Erfolge hinzu: Gold im Einzel bei den ITTF World Para Future in Finnland, zwei Gold- und eine Silbermedaille bei der DM in Sindelfingen sowie der fünfte Platz in der höchsten Rollstuhltischtennis-Klasse beim Deutschland-Pokal. Eins zeichnet Kyra besonders aus: „Wenn ich etwas mache, dann gebe ich 100 Prozent!“ Und so steht zumindest ein Ziel bereits fest: Die Weltmeisterschaften 2026 in Thailand. Eine Teilnahme an den Paralympics 2028 wäre ein Traum – wenn alles passt.

Person in einem Rollstuhl beim Tischtennis spielen.

Foto von Axel Herzig

Foto einer Person in einem Sportrollstuhl, die Rollstuhlbasketball in einer Sporthalle spielt.

Foto von Axel Herzig

Sören Seebold

Taktik, Teamgeist, Talent – der bisherige sportliche Weg des 22-jährigen Rollstuhlbasketballspielers von Hannover United/Team BEB kann kein Zufall sein. Sein Bewegungsdrang und das Streben nach Erfolg wurden ihm in die Wiege gelegt. Daran konnte auch die angeborene Spina bifida – ein offener Rücken – nichts ändern. All die genannten Attribute haben den jungen Sportler bereits zu großen Erfolgen geführt. Als Kapitän der U23-Nationalmannschaft brachte er sein Team zum Weltmeistertitel 2025. Das war einer U23 zum ersten und bis dato letzten Mal im Jahr 2013 gelungen. Mit seiner Heimmannschaft spielt Sören darüber hinaus erfolgreich in der Bundesliga und wurde Vize-Pokalsieger. Aktuell übernimmt Sören neben der Kapitänsrolle in der U23-„Natio“ unterschiedliche Aufgaben als Forward aber auch in der Defense. Wenn alles gut läuft, könnte er mit der Nationalmannschaft der Herren 2028 bei den Paralympics in Los Angeles antreten, spätestens in Brisbane 2032.