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Internationale Deutsche Meisterschaft in der Bootsklasse PIRAT als überregionales Sportevent

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Seglervereinigung Hüde (SVH) ist Ausrichter von sportlichen Segelhighlights am Dümmer

Sportler jeglicher Couleur, die auf ein Siegerpodest wollen, müssen bereit sein auch an ihr Leistungslimit zu gehen. Diese Sportlerweisheit gilt auch für die ca. 140 Segler in 70 teilnehmenden Booten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland, die Mitte Mai 2022 in dem Landesstützpunkt Segeln Niedersachsen der SVH auf dem Dümmer ihre jährliche Deutsche Meisterschaft ausrichten.

Nur auf den ersten Blick scheint die „2-Mann-Jolle“ mit den Seglern und Seglerinnen in der Bootsklasse PIRAT sanft über die doch etwas kabbelige Welle des Dümmer-Wassers während der Regatta gleiten zu wollen. Spätestens aber, wenn die mit ihren bunten Spinnackern fast vor dem Wind (die Segler sagen: „raumschots“) zur nächsten Tonnenrundung der Regattastrecke dahinjagenden Jollen bei 4 -5 BF Windstärke ins Gleiten kommen, sind seglerische Spitzenleistungen angesagt.

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Fotos: Jens Schröder SVH

„Das gilt ebenso für unser Ausrichterteam“ sagt Uwe Fischer, 1. Vors. der SVH und zugleich Chef de Mission für dieses Segelevent. „Auch wenn die SVH sich ca. 1 Jahr intensiv auf jede von ihr ausgerichtete Meisterschaft in verschiedenen Bootsklassen akribisch vorbereitet, bedarf es doch bis zur Siegerehrung stets der Erledigung vielfältiger Aufgaben für das ca. 50 Personen umfassende Team an Land und auf dem Wasser“ weiß Fischer zu berichten. So hat auch die Regattaleitung unter ihrem Wettfahrtleiter Dr. Thomas Gote – zugleich 1. Vors. des Seglerverbandes Niedersachsen – alle Hände voll zu tun, um den Seglern ein erstklassiges Sportevent auf dem Dümmer zu bieten. „Den Wind beobachten und die Startlinie für die Regatta auf dem Wasser mit einem Laserstrahl auszumessen und festzulegen ist noch der entspannteste Teil der Wettfahrtleitung“ ist sich Gote sicher. „Schließlich wird nicht nur bis Windstärke 6–7 Bf. gesegelt, sondern es geht um nichts Geringeres als den Deutschen Meistertitel.

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Damit bei den Regattaläufen alles rechtens zugeht, wacht das Protestkomitee unter Vorsitz ihres Obmanns Peter-Niklas Nagel (SVH) und weitere Wasserschiedsrichter auf die Einhaltung der Wettfahrtregeln. Und wenn am Ende eines langen Wettfahrttages die teilnehmenden PIRAT-Jollen nach Durchkreuzen der letzten Ziellinie gen Yachthafen der SVH doch etwas gemütlicher zurückplätschern, muss an Land so manches Sportgerät für den nächsten Regattatag wieder fit gemacht werden. „Auch manche kleinen Blessuren gilt es zu pflegen“ weiß ein teilnehmender Segler zu berichten und zeigt seine vom Wasser rissigen Handflächen. Schließlich ist das Wort: …. an den Schoten und Streckern reiß ich …“ nicht nur eine Textzeile aus einem Seglerlied, sondern zeugt von der Schwierigkeit alle Leinen und Taue an Bord während eines oft 7-8-stündigen Segeltage ordentlich gezogen zu haben. Da kommt eine kleine „Happy Hour“ mit kühlen Getränken, ein tolles Abendessen aus der Clubküche und eine allabendliche Tombola gerade recht, sich auf die weiteren 3-4 Läufe des nächsten Regattatages vorzubereiten. Vielleicht hat man dann eine Chance das gelbe Trikot des Spitzenreiters – über die obligatorische Schwimmweste gestreift – selbst zu ergattern.

Kurz nach den Regattaseglern kommen dann noch die ca. 15 jungen Segler in ihren kleinen Booten der Optimisten-Dinghy-Klasse von ihrem Wassertraining in den Hafen zurück gesegelt. Die ca. 8–12-jährigen Mädchen und Jungen haben den Regattaseglern beim Aufkreuzen in der engen Hafeneinfahrt den Vortritt gelassen. Auch die kleinen wissen, Üben macht den Meister. Und Üben wird bei der SVH großgeschrieben, wie die kürzlich verliehene Auszeichnung für gute Ausbildung 2021 durch den Deutschen Seglerverband zeigt. Wer weiß, vielleicht steht einer dieser jungen Segler*innen demnächst auch mal auf einem Siegerpodest bei einer Internationalen Deutschen Meisterschaft und freut sich ebenfalls wie die großen Segler im Pirat über eine Förderung der nds. Lotto-Sportstiftung. Die SVH würde es freuen!