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Gegen Diskriminierung: Cloppenburger leisten Pionierarbeit

Can Ikickit

Niklas Rolfes startet mit Fußballvereinen aus dem Stadtgebiet ein Pilotprojekt. Er hat Unterstützer aus der Region gefunden, Schirmherr ist Bürgermeister Neidhard Varnhorn.

In den Startlöchern steht Niklas Rolfes mit dem Pilotprojekt gegen Diskriminierung und Gewalt. Unter dem Motto „Can we kick it?“ will der Cloppenburger gemeinsam mit den Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg für das Thema sensibilisieren und so nachhaltig für mehr Vielfalt in Sportvereinen sorgen. Bestandteil sind in einer ersten Phase unter anderem Online-Videoschulungen, die ab dem 1. Dezember starten.

„Es gibt drei verschiedene Level, im ersten Schritt wird den Teilnehmenden ein Basisverständnis vermittelt“, erklärt der Projektleiter, der unter anderem in der sportlichen Leitung beim JFV Cloppenburg aktiv ist. Im zweiten Level geht es darum, Vorurteile sowie ihre Entstehung und Wirkung zu erkennen. Danach werden Privilegien und die Verbindung von Macht und Diskriminierung thematisiert. Dabei werden verschiedene Formen der Diskriminierung näher beleuchtet, zum Beispiel Sexismus, Rassismus oder Homofeindlichkeit. Dies sei wichtig, denn ohne Hintergrundwissen würden Maßnahmen ihre Wirkung verfehlen. „Und viele von uns haben es einfach auch noch nie ganzheitlich erklärt bekommen“, sagt Rolfes.

„Allerdings kann man Wissen zur Humanität zwar lehren, aber man muss Menschlichkeit vorleben. Sport hat so eine immense Reichweite, um genau das zu bewirken." Schirien Hosseiny, stellvertretende Vorsitzende der Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg

„Allerdings kann man Wissen zur Humanität zwar lehren, aber man muss Menschlichkeit vorleben. Sport hat so eine immense Reichweite, um genau das zu bewirken. Wir sind froh darüber, dass Niklas auf uns zugekommen ist, um gemeinsam mit den Integrationslotsen dieses Projekt zu verwirklichen“, erklärt Schirien Hosseiny, stellvertretende Vorsitzende der Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg und Psychologin.

An der Aktion beteiligen sich die Fußballvereine aus dem Stadtgebiet: TuS Emstekerfeld, BW Galgenmoor, SV Bethen, SC Sternbusch, DJK Stapelfeld und Cloppenburger FC. Auch der JFV hat seine Unterstützung zugesagt. Die Mitglieder können mit der Teilnahme Punkte für ihren Verein sammeln und so Preisgelder ermöglichen. Auch wenn die Initiative aus dem Fußball kommt, dürfen alle anderen Menschen mitmachen. Die Teilnahme ist kostenfrei. „Da es sich um Online-Schulungen handelt, kann jeder selbst entscheiden, wann und wo er diese absolviert. Ab dem 1. Dezember wird jede Woche ein weiteres Level freigeschaltet“, erklärt der 31-Jährige.

Can we kick it 3

n einer zweiten Phase sollen dann schließlich Interessierte zusammengeführt werden, die Ideen und Maßnahmen im Kampf gegen Diskriminierung entwickeln. Sie sollen diese gemeinsam mit den Vereinen auch einleiten. „Ich hoffe, dass es nachhaltig für Veränderungen sorgt. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist nicht nur wichtig, sie kann auch Freude bereiten“, erklärt Rolfes. Zudem hätten die Vereine so die Chance, noch offener für Mitglieder zu werden und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Die Schirmherrschaft hat Neidhard Varnhorn übernommen. „Als Niklas mir das Konzept vorgestellt hat, war ich gleich fasziniert. Es war sofort klar, dass ich dabei bin“, erklärte Cloppenburgs Bürgermeister. Es sei wichtig, immer wieder Zeichen zu setzen, auch als Politik und Verwaltung. Dabei müsse man das Bewusstsein der Menschen schärfen, oftmals würden verletzende Aussagen vom Verursacher gar nicht so aufgefasst. Das Projekt könne hier Abhilfe schaffen.

Bei Rolfes hat sich unterdessen seit der Idee im Frühjahr dieses Jahres einiges getan. So hat er die Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg als Projektträger gewinnen können, zudem wird die Aktion von der Cloppenburger Kleebaum-Stiftung, der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und der DFB -Stiftung Egidius Braun gefördert. Auch der Landkreis Cloppenburg bringt sich mit ein.

Langfristig soll das Projekt auf Deutschland und auch auf andere Sportarten ausgeweitet werden „Das hat es so noch nicht gegeben. Wir hier in der Region sind die Ersten und leisten sozusagen Pionierarbeit“, sagt der Cloppenburger und hofft auf die Unterstützung seiner Heimatstadt. „Zusammen können wir viel bewegen“, so Rolfes, der noch weitere Unternehmen aus der Region als Unterstützer sucht.

Niklas